Gefälschte Werbeschlümpfe


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Es gibt etwas was alle Sammlergebiete gemeinsam haben - ob Kunstwerke, Antiquitäten, Münzen oder eben Schlümpfe - alles das TEUER gehandelt wird, wird gefälscht.

Meiner Meinung nach hat hier Smörfers einen Kapitalfehler gemacht, dass sie im neuen Schlumpfkatalog IV von 2003 die Preise für viele Werbeschlümpfe absolut ÜBERTRIEBEN HOCH angesetzt haben. Das ist geradezu eine Einladung an Fälscher.

Was ist leichter zu fälschen als ein Werbeschlumpf ???

Die meisten Werbeschlümpfe unterscheiden sich ja von den LEICHT ERHÄLTLICHEN Normalschlümpfen von Schleich nur durch einen Werbeaufdruck. Hier brauchen Fälscher nicht mal einen Gussform oder ähnliches um so etwas zu fälschen.

Beispiel: Die 3 gefälschten Werbeschlümpfe auf dem Bild oben.

Die hab ich in nur 2 Stunden selber hergestellt. Einfach einen normalen Schleich Sängerschlumpf nehmen, mit etwas Nagellackentferner die Noten vom Notenblatt entfernen und die Fix & Foxi, SLA oder TLS Schriftzüge anhand der Vorlage im Katalog am PC nachmachen. Dann kann man es - so wie ich es bei den Schlümpfen oben gemacht habe - mit dem Tintenstrahldruker auf eine selbstklebende Folie drucken und aufkleben. So macht man sich eine "Fälschung für den Hausgebrauch", die aber auch leicht als solche zu erkennen ist, weil der Folienaufdruck natürlich spiegelt, glänzt und leicht abgeht.

Aber Fälscher mit kriminellen Energien bringen diese Vorlagen natürlich zu einer Firma, die die entsprechenden Drucker hat, um auf Gegenständen aller Art zu drucken. Die können Aufdrucke in einer Qualität machen, die man praktisch nicht mehr von den Originalen unterscheiden kann.

Sicher, solche Aufdrucke machen zu lassen kostet natürlich einiges. Aber wenn die Schlümpfe dann wirklich so extrem teuer verkauft werden können, dann rentiert sich das schnell mal für einen Fälscher.

Diese 3 "umgebauten Sängerschlümpfe" auf dem Bild oben sind z.B. im neuen Smörfers Katalog alle mit einem Preis zwischen 700 und 1000 Euro angegeben.

Sicher wird es ein paar wenige Sammler geben, die bereit sind diese Preise zu zahlen und angeblich hat Smörfers selbst auch schon Schlümpfe zu diesen Preisen verkauft. Aber ihre eigenen Höchstpreise, die vielleicht eine Hand voll supperreicher Sammler einmal gezahlt hat, als gängige Marktpreise anzusetzen, das ist wohl ziemlich übertrieben und hat meiner Meinung nach nur den negativen Effekt, dass irgendwelche Gauner auf die Idee kommen diese Schlümpfe zu fälschen und als Originale zu verkaufen. Dann wird es wieder mehr Exemplare am Markt geben (da viele davon nicht zu erkennende Fälschungen sind) und der tatsächlich gezahlte Marktpreis wird wieder fallen.

Das ist zumindest meine "Prognose" zu diesem Thema.


Ein typisches Beispiel für "nach allen Richtungen verdächtige" Werbeschlümpfe:
Die KARAMALZ Werbeschlümpfe:

Davon gibt es angeblich 8 verschiedene Modelle. Im neuen Smörfers Katalog ist ihr Wert mit 300 Euro angegeben. Im letzten KMS Katalog "nur" 125 Euro.

Doch wenn man sich diese Schlümpfe ansieht, dann fällt auf, der einzige Unterschied zu den Original Schlümpfen von Schleich ist die Braun bemalte Mütze und die mit weisser Farbe von Hand geschriebene Schrift "KARAMALZ".

So einen Werbeschlumpf kann eigentlich jedes Kind, das halbwegs malen kann und die (leicht erhältlichen) geeigneten Farben hat selber machen. Dass nicht mal die Autoren der Schlumpfkataloge hier wissen was Original und Fälschung ist, sieht man z.B. daran, dass im Smörfers Katalog der Golfschlumpf ohne weisse Gamaschen und im KMS-Katalog der mit den weissen Gamaschen in der "Karamalz Version" abgebildet ist. Wären wirklich beide aus der "Original Karamalz" Produktion (soferne es die je gegegen hat), dann hätte man sicher nicht 2 verschiedene Varianten verwendet.

Im KMS-Katalog von 1995 steht übrigens noch der Hinweis "Die Echtheit der Karamalz-Schlümpfe ist nicht verbürgt". In späteren Katalogen findet man diesen Hinweis nicht mehr (Wahrscheinlich wurde er als "umsatzhemmend" erkannt :-)

Diese Werbeschlümpfe sind wirklich absolut "verdächtig". Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass für eine so grosse Marke wie Karamalz Werbeschlümpfe gemacht wurden, bei denen der Schriftzug mühevoll von Hand aufgebracht wurde? Als ob es hier keine professionelle Methode gäbe Schriftzüge aufzubringen. Und welche Firma schreibt denn ihren Namen einfach so und verwendet nicht das bekannte FIRMENLOGO ???

Ich wollte mal wissen, ob es von diesen Schlümpfe wirklich Originale gibt. Oder ob sie - was ich vermute - sowieso alle nur von Händlern erfunden und somit gefälscht sind. Ich schrieb also ein Mail an die "Firma Karamalz" und erhielt folgende Antwort darauf - hier klicken. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frau Kaldschmidt, dafür bedanken, dass sie sich die Zeit genommen hat mir zu antworten (Ich werd auch mal ein Karamalz auf ihr Wohl trinken!)

In dem Mail kommt mehr oder weniger, das heraus was ich eh vermutet habe. Es wurden keine Hinweise gefunden, dass je Werbeschlümpfe von Karamalz ausgegeben wurden. Aber man kann natürlich so viele Jahre später auch kaum nachweisen, dass es sie nicht gegeben hat. Denn wenn Marken den Besitzer wechseln und das Personal in den Firmen wechselt. Wer kann da noch Auskunft geben?

Das wissen wohl auch gewisse Händer und die Karamalz Werbe-Schlümpfe werden sicher nicht die letzten "extrem seltenen" und "extrem teueren" Schlümpfe sein, die noch "erfunden" werden. Das behaupte ich jetzt einfach mal so ...

Hier klicken für ein paar Beispielauktionen mit den Kamamalz Schlümpfen.


Ein weiteres Beispiel:
Die I LOVE NY "Werbe"-Schlumpf


(Vielen Dank an unseren Schlumpfsammlerkollegen LAWNMOWER für das Bild und die Infos)

Einer der angeblich aller seltensten und aller teuersten Schlümpfe ist der I love NY Schlumpf. Laut dem neuen Smörfers Katalog soll er 1.000 Euro wert sein und selbst für Kopien davon wird bis zu 300 Euro bezahlt.

Der Schlumpf auf dem linken Bild ist so eine Kopie. Das ist ein "#1 Teacher" Schlumpf bei dem die Aufschrift entfernt wurde und der neue Schriftzug besteht nur aus Abreibebuchstaben. Sieht sehr echt aus, nur mit dem kleinen Haken, dass die Schrift grösser ist, als bei den in den Katalogen abgebildeten Varianten.

Doch sind die in den Katalogen abgebildeten Schlümpfe echt? Und was heisst denn hier eigentlich "echt"? Echt sind Werbeschlümpfe eigentlich nur dann, wenn sie im Auftrag einer werbenden Firma von Schleich oder einer anderen Firma die von IMPS die Lizenz dafür bekommen hat produziert wurden.

Doch es gibt keine "Firma New York (NY)". Wer soll denn hier der Auftraggeber gewesen sein? Die Stadtverwaltung von New York? Oder irgend ein beliebiger Souvenierhändler aus New York? Ist alles möglich.

Das könnte absolut jeder gewesen sein. Ich kenne niemanden, der darüber Auskunft geben könnte wo dieser Schlumpf her kommt. Aber den "gut betuchten" Sammlern ist das sowieso wurscht. Er steht mit hohem Preis im Katalog. Also muss man ihn haben ...


Das problematische an Fälschungen von Werbeschlümpnfe ist einfach, dass sie extrem schwer zu erkennen sind. Es sind ja Schleich Originalschlümpfe. Hier geht es nur um die Echtheit des Werbeaufdruckes.

Wohin soll sich ein Sammler denn wenden, um die Echtheit eines seltenen Werbeschlumpfes zu überprüfen? Schleich und IMPS (der Lizenzgeber der Schlümpfe) geben hier keine Auskünfte, weil sie verständlicherweise keine Zeit haben, sich mit den "pingeligen Fragen von lästigen Sammlern" rumzuquälen. Sie machen ja kein Geschäft mit Sammlern, denn die kaufen ja eh fast nur "Gebrauchtware", die sie schon mal verkauft haben.

Die Firmen für die die Werbeschlümpfe gemacht wurden, haben natürlich auch besseres zu tun als für "lästige Sammler" die Echtheit ihrer 10-20 Jahre alten Werbeartikel zu überprüfen. In vielen Firmen wissen die heutigen Mitarbeiter nicht mal, dass ihre Firma früher mal Werbeschlümpfe hatte ...

Die einzige Möglichkeit die Echtheit eines Werbeschlumpfes zu überprüfen, ist nur der Vergleich mit einem 100%igem Original und den kann meist nur ein professioneller Händler oder ein befreundeter Sammler bieten. Aber auch die können sich in den meisten Fällen selbst nicht zu 100% sicher sein, dass ihr "Original" keine Fälschung ist.

Und dann gibt es ja noch die Werbeschlümpfe, bei denen es Gerüchte gibt, dass es nie Originale gegeben hat und dass sie überhaupt nur von irgendwelchen "kreativen Händlern" produziert wurden. Neben dem "I love NY" Schlumpf und den Karamalz Schlümpfen, fallen z.B. auch die Coca Cola, TSL und SLA Werbeschlümpfe in diese Kategorie. Aber dadurch, dass sie in den Schlumpfkatalogen geführt werden, wurden sie unter Sammlern quasi zu "akzeptierten Originalen" mit gängigem Marktwert.

Im Normalfall bleibt zum Festlegung, ob ein Werbeschlumpf nun echt ist oder nicht, wieder mal nur der Vergleich mit den Bildern in einem der Schlumpfkataloge, auf die man sich allerdings auch nicht 100%ig verlassen kann, weil auch die Autoren der Kataloge keine direkten Informationen von Schleich und IMPS bekommen.

Auf den Punkt gebracht, ist es eigentlich für Sammler eine reine Glaubens- oder Vertrauenssache, ob man einen Werbeschlumpf jetzt für echt anschaut oder nicht. Und es muss jeder selber wissen, ob er für so etwas leicht zu fälschendes, so viel Geld ausgeben will (oder kann).

Und ob man den Katalogen und Händlern glauben soll, dass es bei diesem oder jenen "ultraseltenen" und "ultrateueren" Werbeschlumpf, überhaupt jemals Originale gegeben hat, das ist sowieso ein anderes Kapitel ... ...

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